Marktstammdatenregister

Das Marktstammdatenregister (MaStR) wird zum 01.07.2017 eingeführt und löst das PV-Meldeportal und das Anlagenregister ab.
Mit dem MaStR wird ein umfassendes Register des Strom- und Gasmarktes aufgebaut, das von den Behörden und den Marktakteuren des Energiebereichs genutzt werden kann. Es dient der bundesweiten und zentralen Datenhaltung von Anlagen und Marktakteuren. Die rechtliche Grundlage für die Umsetzung des MaStR bilden die §§ 111e und 111f EnWG sowie die Marktstammdatenregister-Verordnung (MaStRV).
Welche Anlagen betroffen sind, können Sie aus den unten stehenden Informationen entnehmen.

Das MaStR wird als online-gestützte Datenbank verwirklicht, die von der Bundesnetzagentur (BNetzA) gepflegt und betreut wird.
Für die Richtigkeit der Daten der jeweiligen Erzeugungs- oder Speicheranlage ist der Anlagenbetreiber verantwortlich.

Hier geht es zum Marktstammdatenregister (MaStR): www.marktstammdatenregister.de

Ablauf der Registrierung im MaStR:

Im Onlineportal des MaStR werden Sie Schritt für Schritt durch die Registrierung geführt. Sie müssen sowohl sich selbst als Anlagenbetreiber als auch ihre Anlage(n) registrieren. Um die Datenqualität im MaStR zu erhöhen, unterliegt ein Teil der Daten der Prüfung durch den Anschlussnetzbetreiber. Dieser ergänzt auch die Daten zur Lokation.

Wer hilft mir bei Fragen zum MaStR?

Bei Fragen können Sie sich an die Hotline der Bundesnetzagentur wenden.

Hotline BNetzA: 0228 / 14-3333

Wo finde ich weitere Informationen?

Warum gibt es ein neues Register, das MaStR?

Ziele:

  • Vereinfachung von behördlichen und privatwirtschaftlichen Meldungen
  • Reduzierung der Zahl der Register, in denen Akteure und Anlagen gemeldet werden müssen
  • Steigerung der Datenqualität und der Transparenz

Vollständigkeit:

  • Der gesamte Markt der leitungsgebundenen Energieversorgung wird erfasst und abgebildet

Hoher Nutzungskomfort:

  • Internetbasierte Nutzung
  • Datenabruf über standardisierte Schnittstellen

Transparenz:

  • Erfassung von öffentlich zugänglichen Daten
  • Kartenbasierte Darstellung
  • Zuordnung von Anlagenbetreiber und Anlage
  • Auswertungsunterstützung durch Analysetools
  • Datenhistorisierung

Das Marktstammdatenregister löst das  PV-Meldeportal (Solaranlagen, Einführung 2009) und das Anlagenregister (Wind + Bio, Einführung 01.08.2014) ab. Gerade in Bezug auf Änderungen der Erzeugungsanlage und beim Betreiber waren die bisherigen Meldungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt, zudem ungünstig in der Auswertung und in der Nachhaltung bei der BNetzA.

Welche Anlagen/Einheiten müssen im MaStR registriert werden?

Alle nachfolgend genannten Anlagen, die an ein Strom- oder Gasnetz angeschlossen sind, müssen im MaStR registriert werden:

  • Erneuerbare Stromerzeugungsanlagen (EE-Anlagen), einschließlich Genehmigungen
  • Kraftwärmekopplungsanlagen (KWK-Anlagen), einschließlich Genehmigungen
  • Stromspeicher
  • Konventionelle Stromerzeugungsanlagen
  • vom Braunkohlekraftwerk bis zum privaten Gasmotor
  • Notstromaggregat
  • Stromspeicher (Pumpspeicherkraftwerk)
  • Gaserzeugung
  • Erdgasquellen
  • Biogaserzeugung, nur bei Einspeisung ins Erdgasnetz
  • Gasspeicher
  • Stromverbraucher mit Anschluss an das Hoch- oder Höchstspannungsnetz
  • Gasverbraucher mit Anschluss an das Fernleitungsnetz

Ich betreibe einen Energiespeicher. Muss die Anlage im MaStR registriert werden?

Ja, für den Energiespeicher – auch Stromspeicher bzw. Batteriespeicher genannt – ist die Registrierung im Marktstammdatenregister erforderlich. Die Voraussetzung zur Registrierungspflicht ist, dass der Energiespeicher an der leitungsgebundenen Energieversorgung angeschlossen ist.

Wer ist für die Richtigkeit der Daten verantwortlich?

Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten im MaStR trägt jeweils der Dateninhaber selbst die Verantwortung. Die Daten sind vom Dateninhaber einzutragen und jederzeit aktuell zu halten. Im Ausnahmefall ist es für natürliche Personen möglich, die BNetzA schriftlich zu beauftragen, Eintragungen und Änderungen vorzunehmen. Auch in diesem Fall liegt die Datenverantwortung beim Dateninhaber.
Wer jeweils Dateninhaber ist und dementsprechend die Datenverantwortung trägt, ist im MaStR eindeutig geregelt:

  • Die Marktakteure (z. B. Anlagenbetreiber, Netzbetreiber) sind für ihre Daten selbst verantwortlich.
  • Bei Erzeugungs- und Verbrauchseinheiten, Speichern, EEG-Anlagen und KWK-Anlagen sind die Anlagenbetreiber datenverantwortlich.
  • Bei Netzen und Lokationen sind die Netzbetreiber datenverantwortlich.

Was bedeutet Neuanlage und Bestandsanlage im Sinne des MaStR?

Definition:

  • Neuanlage: zu registrierende Anlage im Marktstammdatenregister mit Inbetriebnahme ab 01.07.2017
  • Bestandsanlage: zu registrierende Anlage im Marktstammdatenregister mit Inbetriebnahme bis zum 30.06.2017.
    Dies betrifft sowohl Anlagen, die bereits im PV-Meldeportal  oder im Anlagenregister  gemeldet waren, als auch ältere Anlagen, die sich bisher noch nicht zu registrieren hatten.

Bis wann muss meine Anlage im MaStR registriert werden?

  • Frist für Neuanlagen mit Inbetriebnahme ab 01.07.2017:
    spätestens 1 Monat nach Inbetriebnahme der Anlage
  • Frist für Bestandsanlagen mit Inbetriebnahme bis zum 30.06.2017:
    bis zum 30.06.2019
  • Frist für Änderungen, die sich nach der Eintragung ins MaStR ergeben:
    spätestens ein Monat nach Eintreten der Änderung

Was sind die Folgen, wenn ich mich nicht oder nicht rechtzeitig im MaStR registriere?

Eine vorsätzlich oder fährlässig nicht oder falsch vorgenommene Registrierung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden.
Zudem werden Ansprüche auf Zahlungen von Marktprämien, Einspeisevergütungen und Flexibilitätsprämien nach dem EEG sowie von Zuschlagszahlungen und sonstige finanzielle Förderungen nach dem KWKG erst fällig, wenn die Betreiber ihre Einheiten im MaStR registriert haben:

  • Bei Neuanlagen (Inbetriebnahme ab dem 1. Juli 2017) darf die Förderung bereits ab dem 1. Januar 2018 nicht mehr ausgezahlt werden, wenn die Anlage nicht im MaStR registriert ist.
  • Für Strom aus Bestandsanlagen (Inbetriebnahme bis zum 30. Juni 2017) darf ab dem 1. Juli 2019 keine Förderung mehr ausgezahlt werden, wenn die Anlage nicht im MaStR registriert ist.

Ich nehme eine Anlage/Einheit (Neuanlage) ab dem 01.07.2017 in Betrieb. Was muss ich tun?

Anlagenbetreiber müssen

  • sich im Marktstammdatenregister unter folgenden Link bei der BNetzA einwählen:
    www.marktstammdatenregister.de
  • sich im Portal anmelden und
  • die Dateneingabe vornehmen.

Achtung: Einhaltung der 1-Monatsfrist nach Inbetriebnahme der Anlage!

Hinweis:
Eine Registrierung im PV-Meldeportal oder Anlagenregister ist nicht mehr möglich.
Das Einwählen in diese Portale wird ab dem 01.07.2017 deaktiviert.

Wie wird meine Bestandsanlage (Inbetriebnahme bis zum 30.06.2017) ins MaStR überführt?

Das MaStR wird nicht „leer“ in Betrieb gehen, sondern mit den Daten der Bestandsanlagen
befüllt sein.
Die Betreiber der Bestandsanlagen werden verpflichtet sein,

  • sich selbst als Marktakteur im MaStR neu zu registrieren,
  • ihre Bestandsanlagen im MaStR-Datenbestand zu suchen,
  • ggf. die Daten zu ergänzen oder zu korrigieren und
  • abschließend die Datenverantwortung zu übernehmen.

Für die Erfüllung dieser Pflichten wird eine Übergangsfrist von zwei Jahren eingeräumt.
Diese Verpflichtung gilt auch für Betreiber von Anlagen, die bereits in anderen behördlichen Registern registriert sind (z.B. im Anlagenregister oder im PV-Meldeportal der BNetzA).

Warum muss ich meine Bestandsanlage erneut registrieren?

Damit das MaStR in möglichst vielen Zusammenhängen genutzt werden kann, muss es möglichst vollständig sein. Aus diesem Grund ist es erforderlich, dass auch Bestandsanlagen im MaStR abgebildet werden.  Künftig  lässt sich eine wachsende Zahl privatrechtlicher und behördlicher Prozesse mit einer Registrierung im MaStR vereinfachen oder setzt eine Registrierung voraus. Zudem werden durch die Registrierung der Bestandsanlagen möglichst vollständige und plausible Auswertungen aller Anlagen ermöglicht.
Um die Betreiber der Bestandsanlagen bei der Übernahme der Verantwortung für die Daten ihrer Anlage zu unterstützen, wurden bereits möglichst viele Daten zu den Bestandsanlagen ins MaStR migriert. Ihre Aufgabe bei der Registrierung ist es die Daten zu überprüfen und ggf. zu vervollständigen und zu korrigieren.

Was passiert mit meiner Datenmeldung im MaStR?

Ein Teil der Daten unterliegt der Prüfung durch den Anschlussnetzbetreiber. Diese Daten werden anlassbezogen automatisch an den Anschlussnetzbetreiber zur Überprüfung übermittelt.

Marktstammdatenregisternummer:
Im Zuge des Registrierungsverfahrens erhält jede Anlage eine Registrierungsnummer: die Marktstammdatenregisternummer (MaStR-Nummer). Diese ist durch die Anschlussnetzbetreiberprüfung qualitätsgeprüft und ist sehr wichtig für die weitere Vergütungsfähigkeit nach EEG oder KWKG.

Ist der Betreiberwechsel im MaStR zu melden?

Ja, Betreiberwechsel müssen im MaStR gemeldet werden. Die dabei erforderliche Übertragung der Zuordnung von Anlagendaten von einem Betreiber auf einen anderen wird im MaStR durch entsprechende Verfahren unterstützt: Der bisherige Betreiber hat die Möglichkeit, die Daten einem neuen Betreiber „anzubieten“. Die Daten einer Einheit und einer EEG- oder KWK-Anlage können nur insgesamt übertragen werden und das Angebot auf Datenübernahme kann gleichzeitig nur gegenüber einem einzigen anderen (zuvor registrierten) Anlagenbetreiber gemacht werden.
Mit der Annahme des Angebotes ist die Einheit bzw. die EEG- oder KWK-Anlage datentechnisch dem neuen Betreiber zugeordnet, der damit auch die Verantwortung für die Datenrichtigkeit übernimmt. Bei diesem Vorgang muss ein Gültigkeitsdatum angegeben werden. Damit wird im MaStR abgebildet, wer zu welcher Zeit der Betreiber der Einheit oder Anlage war. Die MaStR-Nummer der Einheit und der EEG- oder KWK-Anlage und die Zuordnung zu einer Lokation ändern sich bei der Übertragung nicht.